Sektion 3: Workshops 7 - 9
Herausforderungen der Globalisierung:
Die Rolle der Geisteswissenschaften in der Transformation von Räumen, Identitäten und „Wahrheiten“
Workshop 7
Die Geisteswissenschaften und das Dilemma der Globalisierung:
Offene Diskursräume oder ungleiche Stimmenverteilung?
Die Globalisierung ist ein umstrittenes Phänomen – ein Konsens besteht nur darüber, dass alle von ihr betroffen sind. Die Debatte um die positiven und negativen Seiten des „Globalen“ betrifft auch die Praktiken in den Geisteswissenschaften. Trotz der lokalen Unterschiede öffnet die Globalisierung die Chance, eine grenzüberschreitende Diskussion zu führen, neue Perspektiven zu erfahren und die eigene Perspektive produktiv zu revidieren. Im gleichen Zuge entsteht aber die Gefahr, dass in dem globalen Diskursraum die Stimmen der (politisch und wirtschaftlich) „Stärkeren“ den Ton angeben, während die Stimmen der „Schwächeren“ überhört werden.
Im Rahmen des Workshops sollen folgende Fragen diskutiert werden: Welche gesellschaftliche Rolle und Verantwortung haben die Geisteswissenschaften in Bezug auf die laufende Globalisierungsdebatte? Wie beziehen sich die „positiven“ und „negativen“ Seiten der Globalisierung auf die geisteswissenschaftlichen Disziplinen und Praktiken selbst? Erleidet die Stimmenvielfalt in den Geisteswissenschaften eine ungleiche Verteilung der globalen „Akustik“? Was kann getan werden, damit die Möglichkeit, im globalen geisteswissenschaftlichen Diskursraum eine gültige Perspektive zu artikulieren, allen (Wissenschafts-)Kulturen offen bleibt?
ReferentInnen:
Prof. Dr. Sabine Broeck (Bremen)
Prof. Dr. Gisela Febel (Bremen)
Dr. Maureen Maisha Eggers (Berlin)
Moderator: Emiliano Acosta (Köln)
Workshop 8
Jenseits der großen Trennungen (westlich/nicht-westlich; europäisch/nicht-europäisch; entwickelt/nicht-entwickelt):
Die Umschreibung der Topografie im geisteswissenschaftlichen Denken
Die Globalisierung verspricht nicht von sich aus das Miteinandersein in einem gemeinsamen Raum. Vielmehr geht sie mit räumlichen und symbolischen „Grenzen im Kopf“ einher, die den (globalen) Raum zugleich trennen und zusammenhalten. Kategoriepaare wie westlich/nicht-westlich, europäisch/nicht europäisch, entwickelt/nicht-entwickelt spiegeln Asymmetrien in der Wahrnehmung des „Anderen“ wider, die auch dem akademischen Umfeld nicht ganz fremd bleiben. Da sie im kulturellen Kontext arbeiten, sind die GeisteswissenschaftlerInnen von den großen Trennungen betroffen. Sie haben aber gleichzeitig die Möglichkeit, gerade durch ihre Arbeit, die Grenzen neu zu bestimmen oder gar (über)flüssig zu machen.
In dem Workshop werden folgende Fragen thematisiert: Inwieweit wirken sich imaginäre Trennlinien wie “westlich/nicht-westlich”, “europäisch/nicht-europäisch”, “entwickelt/nicht-entwickelt” im geisteswissenschaftlichen Alltag aus? Wie sollten die GeisteswissenschaftlerInnen mit den großen Trennungen und den daraus entstehenden Ungleichheiten umgehen? Inwieweit können sie bei dem internationalen Austausch überwunden werden? Welche neuen, „postkolonialen“, dezentrierten, grenzübergreifenden Weltansichten bieten sich als Alternative?
ReferentInnen:
Prof. Dr. Barbara Mittler (Heidelberg)
Prof. Dr. Lihua Yang (Peking/Tübingen)
Rosa Sierra (Frankfurt am Main)
Moderatorin: Juliya Biedash (Minsk)
Workshop 9
Universalismus, Hyperkultur oder situiertes Wissen?
Die Suche nach Betrachtungsperspektiven in einer heterogenen Welt
Die Globalisierungsprozesse und die damit einhergehende Pluralisierung der Perspektiven in der geisteswissenschaftlichen Arbeit werfen viele Fragen in Bezug auf die Gültigkeit und Legitimation von Wissenschaftspraktiken auf. In diesem Workshop werden anhand verschiedener geisteswissenschaftlicher Betrachtungsmodelle die Möglichkeiten diskutiert, eine Perspektive auf die Perspektivenvielfalt selbst zu haben.
Folgende Fragen stehen hierbei im Mittelpunkt der Diskussion: Wie soll die Gültigkeit von Weltansichten, Aussagen, Forschungen in einer heterogenen Welt aufrechterhalten werden? Welche Erklärungs- bzw. Legitimationsmodelle existieren bereits in den Geisteswissenschaften? Ist jedes Wissen situiert, oder darf es universelle Ansprüche und „Wahrheiten“ geben? Inwieweit sind verschiedene Perspektiven und (Wissenschafts-)Kulturen übersetzbar und kombinierbar? Kann ein Wissenschaftler „richtig“ oder „falsch“ arbeiten, bzw. gibt es „Moral“ in der Wissenschaft und wenn ja, wessen Moral ist das? Wie soll die Komplexität und die Pluralität/Uneindeutigkeit in der geisteswissenschaftlichen Arbeit nach außen erklärt und begründet werden?
Referenten:
Prof. Dr. Oliver Kozlarek (Morelia/Essen)
Mathis Danelzik (Giessen)
Moderatorin: Simone Falk (München)
zurück...
Die Rolle der Geisteswissenschaften in der Transformation von Räumen, Identitäten und „Wahrheiten“
Workshop 7
Die Geisteswissenschaften und das Dilemma der Globalisierung:
Offene Diskursräume oder ungleiche Stimmenverteilung?
Die Globalisierung ist ein umstrittenes Phänomen – ein Konsens besteht nur darüber, dass alle von ihr betroffen sind. Die Debatte um die positiven und negativen Seiten des „Globalen“ betrifft auch die Praktiken in den Geisteswissenschaften. Trotz der lokalen Unterschiede öffnet die Globalisierung die Chance, eine grenzüberschreitende Diskussion zu führen, neue Perspektiven zu erfahren und die eigene Perspektive produktiv zu revidieren. Im gleichen Zuge entsteht aber die Gefahr, dass in dem globalen Diskursraum die Stimmen der (politisch und wirtschaftlich) „Stärkeren“ den Ton angeben, während die Stimmen der „Schwächeren“ überhört werden.
Im Rahmen des Workshops sollen folgende Fragen diskutiert werden: Welche gesellschaftliche Rolle und Verantwortung haben die Geisteswissenschaften in Bezug auf die laufende Globalisierungsdebatte? Wie beziehen sich die „positiven“ und „negativen“ Seiten der Globalisierung auf die geisteswissenschaftlichen Disziplinen und Praktiken selbst? Erleidet die Stimmenvielfalt in den Geisteswissenschaften eine ungleiche Verteilung der globalen „Akustik“? Was kann getan werden, damit die Möglichkeit, im globalen geisteswissenschaftlichen Diskursraum eine gültige Perspektive zu artikulieren, allen (Wissenschafts-)Kulturen offen bleibt?
ReferentInnen:
Prof. Dr. Sabine Broeck (Bremen)
Prof. Dr. Gisela Febel (Bremen)
Dr. Maureen Maisha Eggers (Berlin)
Moderator: Emiliano Acosta (Köln)
Workshop 8
Jenseits der großen Trennungen (westlich/nicht-westlich; europäisch/nicht-europäisch; entwickelt/nicht-entwickelt):
Die Umschreibung der Topografie im geisteswissenschaftlichen Denken
Die Globalisierung verspricht nicht von sich aus das Miteinandersein in einem gemeinsamen Raum. Vielmehr geht sie mit räumlichen und symbolischen „Grenzen im Kopf“ einher, die den (globalen) Raum zugleich trennen und zusammenhalten. Kategoriepaare wie westlich/nicht-westlich, europäisch/nicht europäisch, entwickelt/nicht-entwickelt spiegeln Asymmetrien in der Wahrnehmung des „Anderen“ wider, die auch dem akademischen Umfeld nicht ganz fremd bleiben. Da sie im kulturellen Kontext arbeiten, sind die GeisteswissenschaftlerInnen von den großen Trennungen betroffen. Sie haben aber gleichzeitig die Möglichkeit, gerade durch ihre Arbeit, die Grenzen neu zu bestimmen oder gar (über)flüssig zu machen.
In dem Workshop werden folgende Fragen thematisiert: Inwieweit wirken sich imaginäre Trennlinien wie “westlich/nicht-westlich”, “europäisch/nicht-europäisch”, “entwickelt/nicht-entwickelt” im geisteswissenschaftlichen Alltag aus? Wie sollten die GeisteswissenschaftlerInnen mit den großen Trennungen und den daraus entstehenden Ungleichheiten umgehen? Inwieweit können sie bei dem internationalen Austausch überwunden werden? Welche neuen, „postkolonialen“, dezentrierten, grenzübergreifenden Weltansichten bieten sich als Alternative?
ReferentInnen:
Prof. Dr. Barbara Mittler (Heidelberg)
Prof. Dr. Lihua Yang (Peking/Tübingen)
Rosa Sierra (Frankfurt am Main)
Moderatorin: Juliya Biedash (Minsk)
Workshop 9
Universalismus, Hyperkultur oder situiertes Wissen?
Die Suche nach Betrachtungsperspektiven in einer heterogenen Welt
Die Globalisierungsprozesse und die damit einhergehende Pluralisierung der Perspektiven in der geisteswissenschaftlichen Arbeit werfen viele Fragen in Bezug auf die Gültigkeit und Legitimation von Wissenschaftspraktiken auf. In diesem Workshop werden anhand verschiedener geisteswissenschaftlicher Betrachtungsmodelle die Möglichkeiten diskutiert, eine Perspektive auf die Perspektivenvielfalt selbst zu haben.
Folgende Fragen stehen hierbei im Mittelpunkt der Diskussion: Wie soll die Gültigkeit von Weltansichten, Aussagen, Forschungen in einer heterogenen Welt aufrechterhalten werden? Welche Erklärungs- bzw. Legitimationsmodelle existieren bereits in den Geisteswissenschaften? Ist jedes Wissen situiert, oder darf es universelle Ansprüche und „Wahrheiten“ geben? Inwieweit sind verschiedene Perspektiven und (Wissenschafts-)Kulturen übersetzbar und kombinierbar? Kann ein Wissenschaftler „richtig“ oder „falsch“ arbeiten, bzw. gibt es „Moral“ in der Wissenschaft und wenn ja, wessen Moral ist das? Wie soll die Komplexität und die Pluralität/Uneindeutigkeit in der geisteswissenschaftlichen Arbeit nach außen erklärt und begründet werden?
Referenten:
Prof. Dr. Oliver Kozlarek (Morelia/Essen)
Mathis Danelzik (Giessen)
Moderatorin: Simone Falk (München)
<< Sektion 2: Workshops 4 - 6 Kunstaktionen >>





